Heute erzähl ich euch von meinen Sommerferien. Bis vor kurzem wusste ich ja noch gar nicht was das ist, aber ich finde Sommerferien toll. Schulkinder haben Sommerferien, die müssen dann nicht in die Schule gehen. Verena hat Sommerferien, schon seit Mai, aber ich glaube das ist etwas anderes, weil sie jetzt ein Abi hat.

Aber die Hundeschule hat auch Sommerferien. Auch wenn die Schulkinder jeden Tag zur Schule gehen und die Hundeschule nur einmal in der Woche ist. Aber in diesen Sommerferien muss man nicht nur nicht in die Schule, sondern die Erwachsen gehen auch nicht zur Arbeit. Herrchen und Frauchen sind den ganzen Tag da und ich darf fast überall mit hingehen. Und wenn dann Sommerferien sind, dann fahren die Menschen in Urlaub, d.h. sie packen alles Mögliche ein und fahren ganz weit von zu Hause weg. Unser Rudel hat das auch gemacht. Wir haben wieder diesen Wohnwagen vollgepackt und sind ganz weit gefahren. Wir standen direkt am Wasser. Und in den Sommerferien gehen die Menschen dann auch im Wasser schwimmen. Ich weiß nicht, warum man erst ganz weit fahren muss, um schwimmen zu gehen. Ich springe ja schon mal in die Ruhr und schwimme, da sind wir in 10 Minuten, aber in den Sommerferien gehört das wohl dazu, erst zwei Tage mit dem Auto ans Wasser zu fahren. Gut, das Wasser in den Sommerferien war viel wärmer als das Wasser in der Ruhr. Wahrscheinlich liegt das daran, dass die Menschen kein warmes Fell haben.

Jedenfalls hatten wir einen schönen Platz direkt am Wasser. Frauchen und Herrchen waren den ganzen Tag da. Morgens und abends sind wir weit spazieren gegangen. Tagsüber war es viel zu warm. Leider waren da fast gar keine anderen Hunde zum Spielen. Es gab zwar andere Hunde, aber die waren meistens kleiner als ich und wenn ich die beschnüffeln wollte, haben die Menschen von den kleinen Hunden die immer auf den Arm genommen. Herrchen hat mich noch nie auf den Arm genommen, wenn ein anderer Hund kommt.

Weil es in den Sommerferien tagsüber so warm ist, haben wir in unserem Wohnwagen einen Kaltluftföhn. Ich weiß nicht genau wie das Ding heißt, es ist eingebaut in die Sitzbank, funktioniert wie ein Föhn, nur das eben kalte Luft aus dem Pusteloch kommt und nicht warme, wie beim Föhn. Das hat mir gut gefallen. Ich konnte mich in den Eingang legen und meinen Bauch in den Pusteföhn halten. So hab ich alles mitbekommen, was draußen los war und konnte trotzdem super dösen. Meine Leute waren den ganzen Tag draußen. Auch Benjamin, Verena und Matthias haben uns besucht in den Sommerferien. Benjamin habe ich in einer großen kühlen Halle abgeholt. Da waren ganz viele Menschen mit Koffern. Die Menschen kommen zu einem Flughafen mit fliegenden Autos, naja mit ziemlich großen Autos, die fliegen können. Herrchen sagt, dass geht viel schneller als Autofahren, nur leider kann man da keine Wohnwagen mitnehmen. Und Hunde dürfen nicht zu den Menschen ins Auto, die müssen im Kofferraum reisen. Das mach ich in unserm Auto ja auch so, nur kann man aus dem Kofferraum der fliegenden Autos nicht rausgucken. Das ist doof. Dann lieber Auto fahren. Na, jedenfalls hab ich mich ganz viel gefreut als ich Benjamin gesehen habe.

Mit Benjamin und Herrchen bin ich dann auch richtig schwimmen gegangen. In dem Wasser am Campingplatz. Benjamin hatte einen Schwimmstern. Den hat er mir ganz nah vor die Nase ins Wasser gelegt und ich hab den dann ins Maul genommen an Land gebracht. Die beiden haben den Stern immer weiter ins Wasser geworfen und auf einmal konnte ich nicht mehr mit den Füßen auf dem Boden stehen. Da bin ich einfach geschwommen. Ich wusste gar nicht, dass ich das kann. Kann ich aber gut und es hat mir viel Spaß gemacht, den Schwimmstern aus dem Wasser zu fischen. Nach den Schwimmausflügen war ich immer ganz müde. Aber weil es in den Sommerferien ja so schön warm draußen ist, war ich nach dem Schlafen schon wieder trocken. Mit nassem Fell durfte ich übrigens nicht vor den Kaltföhn. Frauchen hat gesagt, dass ich mich sonst erkälte.

In der Hundeschule machen wir manchmal Stadttraining. Dann gehen wir mit allen Hunden und allen Menschen in die Stadt, da wo die Menschen Einkaufen. Da laufen wir dann rum und gehen Eis essen – natürlich essen die Menschen Eis und nicht die Hunde. Das haben wir in den Sommerferien auch gemacht. Ohne andere Hunde, aber mit dem ganzen Rudel. Wir waren in einer Stadt, Porec hieß die, da waren so viel Menschen! Viel mehr als beim Stadttraining. Ich hab nur noch Beine gesehen. Aber ich bin einfach hinter Herrchen hergelaufen. Der ist ja viel höher als ich und kann über die anderen Menschen weggucken. Ab und zu ist jemand von unserem Rudel in ein Geschäft gegangen. Dann wollte ich da hinterher. Aber Herrchen hat mich an der Leine festgehalten. Das war ganz schön stressig, für mich und für Herrchen…

An einem Tag beim Spazieren auf dem Feld, habe ich eine Maus gesehen. Ich bin hinterher gerannt und die Maus hat sich in einer Senke versteckt, ich hab sie gefangen. Da hatte ich die im Maul und die Maus hat gezappelt. Da hab ich sie wieder fallen gelassen und die Maus ist verschwunden. Herrchen und Frauchen haben gerufen und ich habe die Maus verloren, dabei wollte ich doch nur spielen… Die Maus erzählt bestimmt ihrer Familie, dass sie von einer Monsterkatze gefangen wurde.

Bei uns dauerten die Sommerferien drei Wochen lang. Dann sind wir wieder nach Hause gefahren. Herrchen geht jetzt morgens wieder zur Arbeit und in der Hundeschule war ich auch schon wieder. Hoffentlich sind bald wieder Sommerferien.